Freitag, 20. Dezember 2019

"Blitze" steht


Angekündigt wurde sie schon vor einigen Wochen. Die „Blitze“ auf dem Werdener Berg (B 224). Jetzt steht sie (wieder). Die postalische Anschrift lautet Bredeneyer Str. 183. Wie die Stadtverwaltung jetzt mitteilt, ist die Anlage seit Mittwoch scharf geschaltet und misst die Schnellfahrer in Richtung Werden. Also, bergab.  An dieser Stelle stand bis 2001 schon einmal eine „Blitze“. „Notwendig ist die Reaktivierung, da an dieser Stelle die Geschwindigkeit überdurchschnittlich oft überschritten wird. Ebenso begrüßt die Polizei die Überwachung, da es sich um eine kurvenreiche Gefällestrecke handelt“, berichtet die Stadt.
 

Entwarnung für die Raser, die jetzt schon erwischt wurden. „Die Anlage löst bereits aus, allerdings läuft noch bis Ende des Jahres ein Testbetrieb. Geahndet werden Verstöße erst ab dem 1. Januar 2020“, heißt es in der Presseerklärung.

Mittwoch, 18. Dezember 2019

Die Geschichte der traurigen Laterne - "Es werde Licht ... oder nicht?"

Tote und abgesägte Baumstümpfe sind auf der Gladbecker Straße ein bekanntes Bild. Nun aber gibt es neue Entwicklungen in Sachen "Sägearbeiten" auf der nördlichen B 224. Seit einigen Wochen steht eine "geköpfte" Laterne auf der Gladbecker Straße.
Kopflose Laterne auf der Gladbecker Straße
Wie lange wird uns das trostlose Bild einer einst stolzen Straßenbeleuchtung noch begleiten und wie lange wird der geplagte rostige Fuß das Metallskelett noch tragen?
Rostiger Laternentorso auf viel zu schmalem Gehweg
Und überhaupt, braucht man hier eigentlich Licht? Fragen über Fragen, die man auch an die Stadtverwaltung richten könnte, aber in der "dunklen Zeit" zieht sich der Mensch ja gerne zurück und wartet auf das Licht.

Samstag, 14. Dezember 2019

Luftbelastung - Wird der Süden durch städtische Maßnahmen bevorzugt?


Die Stadt Essen muss etwas tun, um die Luft an der B 224 und anderen Straßen zu verbessern. Sonst droht Dieselfahrverbot. Alleine über die Alfredstraße rollen täglich rund 40.000 Fahrzeuge, schreibt heute die NRZ. Jetzt sollen u. a. folgende Maßnahmen greifen: Tempo 30 km/h in Teilabschnitten, intelligente Ampelschaltungen und sog. Pförtnerampeln, feste Radaranlagen, Reduzierung des Fahrzeugverkehrs.
Die Alfredstraße - ein bisschen nördlicher soll die Luft besser werden
Aber warum beginnen die Maßnahmen südlich der A 40 und nicht in dem ebenfalls hoch belastenden Bereich der Gladbecker Straße? Das wäre doch mal ein Zeichen gewesen, an die Menschen, die noch andere strukturelle Probleme haben, als die besser betuchten im Süden. Ein Schelm der Böses dabei denkt. Eine verärgerte Anwohnerin aus Altenessen schreibt zu recht: „Eine feste Radaranlage, Flüsterasphalt und nun VIER MILLIONEN EURO für eine neue Ampelschaltung. Wo? Auf der B 224. IM ESSENER SÜDEN. Aktuell liegt der Stickstofffdioxidwert auf der Gladbecker Straße bei 53, auf der Vogelheimer Straße bei 42. Selbst wenn hier […] der Grenzwert im Jahresmittel minimal unter die 40er-Grenze rücken würde, bleibt festzustellen: DIE MENSCHEN HIER ATMEN KEINE MITTELWERTE, SONDERN IMMER WIEDER KRANKMACHENDE LUFT. DASS IM ESSENER NORDEN DIE BELASTUNGEN DURCH SCHWERLASTVERKEHR HÖHER SIND ALS IM SÜDEN, SEI NUR AM RANDE ERWÄHNT.“ Und sie setzt noch einen drauf: "Die Schadstoffwerte sind auf der Alfredstraße ebenfalls sehr hoch. Was mich jedoch wütend macht: Im Essener Norden passiert seit Ewigkeiten NIX zur Luftverbesserung. Nicht mal minimalste Versuche, zum Beispiel "Tempo 30 nachts" auf der Gladbecker Straße, hat man gestartet. Im Gegenteil, man schaut weg, lässt Straßenbeläge immer mehr verkommen, baut Geschwindigkeitsmesser ab, nimmt tägliche Rechtsbrüche (zum Beispiel beim LKW-Fahrverbot) hin, pflanzt kaum Grün, etc. Diese pure Ignoranz, oft gepaart mit Arroganz, finde ich widerlich."

Freitag, 6. Dezember 2019

Parkverbot auf der Brückstraße (B 224) im Ortsteil Werden rückt näher


Die Bundesstraße 224 zieht sich rund 20 Kilometer durch das gesamte Stadtgebiet von Essen. Vom Stadtteil Heidhausen bis nach Karnap. Zunächst läuft der Verkehr auf einer Spur bis Werden. Hier wird es in Höhe des „Platzes der Feintuchwerke“ auf etwa 300 Meter zweispurig, bevor am Werdener Markt der Verkehr wieder nur auf nur einem Fahrstreifen rollt bzw. steht. Der Grund sind die parkenden Fahrzeuge am rechten Straßenrand. Der hier beginnende Engpass ist nur etwa 200 Meter lang. Durch rangierende Autos kommt es immer mal wieder zum Stillstand, Fußgänger überqueren an verschiedenen Stellen die Brückstraße. Ein Unfall verstopft den Ortsteil ganz. Etwa 15.000 (!) Fahrzeuge passieren täglich diesen engen Bereich heißt es auf der Homepage vom Landesamt Natur, Umwelt und Verbraucherschutz, kurz LANUV genannt. Allerdings mit Stand 2013. Mittlerweile dürften es noch mehr sein. Dann geht es auf zwei Fahrspuren über die Ruhr bis zur Stadtgrenze Bottrop weiter.
An dieser Stelle knubbelt sich der Verkehr besonders in Spitzenzeiten

Das direkte Umfeld auf dem kurzen Stück der Brückstraße besteht aus mehrgeschossiger Wohnbebauung und vielen Geschäften. Die Inhaber haben natürlich ein großes Interesse daran, dass der Zustand so bleibt wie er ist. Genauso sollen sie das Großprojekt „Tunnel“ in den 1970er-Jahren verhindert haben, wenn man den Chronisten aus dieser Zeit glauben darf. Im letzten Jahr kippte ein Gericht die von der Stadt geplante neue komplizierte und teure Verkehrsführung durch den Ortsteil.
Im Zuge der jetzigen Debatte und den Rechtsstreit zwischen dem Land NRW, der Stadt Essen und der Umwelthilfe über Dieselfahrverbote in 18 Stadtteilen rückt Essen-Werden wieder in den Fokus. Ein drohendes Verbot hat jetzt das Oberverwaltungsgericht Münster gekippt. Allerdings nur, wenn andere Maßnahmen die Grenzwerte der Luftverschmutzung nicht überschreiten. Auf der Brückstraße soll jetzt das Parken verboten werden, heißt es im Maßnahmenkatalog. Bin mal auf die Reaktion der Geschäftsleute gespannt.

Donnerstag, 5. Dezember 2019

Noch keine Dieselfahrverbote in Essen


Susanne Demmer schreibt in diesem Blog mit mir die Geschichten rund die Bundesstraße 224. Sie im Norden, ich im Süden. Den folgenden Text hat sie direkt ins Netz eingestellt und ihren Unmut als Anwohnerin der Gladbecker Straße und direkt Betroffene freien Lauf gelassen. Ja, ich gebe ihr voll und ganz recht. Die B 224 ist die am stärksten frequentierte Straße in Essen. Allein im Norden rollen täglich 40.000 Autos in die Stadt. Die Messwerte werden häufig überschritten. Und die Stadtverwaltung geht mit homöophatischen Mitteln dagegen vor. Jetzt wurde vor dem Oberverwaltungsgericht Münster ein Vergleich geschlossen. Aufschub für die Stadtoberen. Sie dürfen sich noch etwas einfallen lassen. Nicht nur für die B 224. Umweltspur, Änderung der Ampelschaltung? Auch im Süden von Essen schlängelt sich der Verkehr zähflüssig und einspurig durch den Stadtteil Werden. Hier wo die Stadt vor über 1000 Jahren seinen Anfang nahm. Ein bisschen ruhig wird es nur, wenn einmal im Jahr die Gebeine von Liudger über die B 224 getragen werden. Apropos Gebeine. Das erinnert an Krankheit und Tod. Und das könnte bei einigen Betroffenen eintreten, die direkt dem Dreck an der Bundesstraße oder auch der A 40 ausgesetzt sind.


Kein Fahrverbot und sonst auch nichts für den Essener Norden
Von Susanne Demmer

Nein, wahrscheinlich hätte ein Dieselfahrverbot das Leben im Essener Norden nicht viel gesünder gemacht, aber nun werden wir wohl wieder erleben, wie das Nord-Süd-Verkehrsgedanken-Gefälle komplett auf den altbekannten Modus „Ignorieren, Totschweigen und Nichtstun“ gesetzt wird. Das kurze Aufflackern eines „Lichts am dreckigen nördlichen Lufthorizont“ wurde vorerst gestoppt und die bodennahe Entlüftung von Giftstoffen kann weitergehen. Im gesamten Essener Norden.
Während Produktrückrufe von Leberwurst, Milch oder Keksen im Internet wie verrückt geteilt werden, um Menschen vor Gesundheitsschäden zu schützen, bleiben Hilferufe aus dem Norden nahezu ungehört. Es ist davon auszugehen, dass dieses Jahr erneut der 40-er-Grenzwert beim Stickstoffdioxid auf der Gladbecker Straße überschritten wird. An wie vielen anderen Stellen krank machende Luft geatmet wurde, weiß keiner.
Wir sollten aufwachen und erkennen, dass wir Altenessener eigentlich nie vorkamen, als man über bessere Luft in Essen debattierte. Unsere Stadtautobahnen „Altenessener Straße und Gladbecker Straße“ hatte keine Lobby, als man dem ungezügelten, enthemmten motorisierten Individualverkehr etwas entgegen setzen wollte und so werden auch auf lange Sicht hin weiterhin Tag für Tag zehntausende Fahrzeuge unsere Straßen verstopfen und immer mehr Nebenstraßenbewohner werden erleben, dass sich die Situation bei ihnen verschärfen wird. Die Hoffnung, massives Fahrzeugaufkommen aus den Nebenstraßen auszuschließen, wird nicht erfüllt werden können, solange man immer mehr MIV und LKW ungeregelt in die Stadt lässt. Hierzu gehört unter anderem der Transitverkehr, der unsere Stadt nur durchquert, aber keinen Nutzen für uns Bürger hat. Wollen wir das?
Es muss Schluss sein, dass wir Bürger des Essener Nordens wie eine lästige Randerscheinung entlang fanatisch gewollter Stadtautobahnen behandelt werden.
Es ist nebenbei auch völlig absurd, zehntausende Fahrzeuge über den Essener Norden in die Stadt zu führen, die dann in der Innenstadt auf ein Umweltspur-Gebiet prallen. Ein Verkehrsprojekt, das die Trichterwirkung bereits im Programm trägt, ist schlichtweg blödsinnig, weil zu kurz gedacht. Eine „ganz gedachte“ Umweltspur, beginnend an den nördlichen Stadtgrenzen, ist ein weitaus vernünftigerer Ansatz, aber diese Idee wurde in Essen sofort im Keim erstickt.
Und hieß es nicht mal, dass eine aktuelle Belastungskarte für das gesamte Essener Stadtgebiet erstellt werden sollte? Wo sind denn die Zahlen für die Stauderstraße, die Altenessener Straße, die Kleine Hammerstraße, die Hövelstraße, die Karlstraße, etc.? Welche Luft atmen die Bürger dort ein?
Wir müssen ganz genau hinhören, was die Stadt uns als „rosige Zukunft“ verspricht, denn wenn selbst Politiker beispielsweise den lang geplanten „Kreuzungsumbau Gladbecker Straße / Berthold-Beitz-Boulevard“ schon längst als wirkungslos erkannt haben, deutet alles darauf hin, dass neue Lösungen her müssen.
Solange das Recht auf saubere Luft und Lärmschutz im Essener Norden täglich gebrochen wird, müssen wir Bürger laut sein. Der Schutz unserer Gesundheit darf nicht mit Füßen getreten werden und dem Nord-Süd-Gefälle zum Opfer fallen. Wir sollten mit Argusaugen darauf schauen, was uns in Zukunft bevor steht, denn im Moment scheint die verstärkte Ansiedlung von Gewerbe- und Logistikunternehmen in und rund um den Essener Norden eher auf steigendes Verkehrsaufkommen hinzuweisen, als dass sich unser Wohnumfeld so entwickelt, dass unser Lebensraum nicht mehr exklusiv für PKW und LKW verplant wird.
Im Süden der Stadt schenkt man der B224 eine weitaus höhere Aufmerksamkeit als der Gladbecker Straße und zeitgleich befeuert man die Öffentlichkeit mit der irren Annahme, dass durch mehr Straßenbau im Essener Norden, etwas besser werden würde. Ich warne davor, solchen Heilsversprechen zu glauben. Das hat schon an anderen Orten der Welt nicht geklappt.
Lieber Nordbewohner, bitte sei laut. Lass es nicht zu, dass nördlich der A40 deine Bürgerinteressen nicht gehört werden, egal, ob es darum geht, dass künftig in deiner Nähe Klärschlämme und Industrieschlämme verfeuert werden oder du feststellst, dass der ÖPNV und das Radfahren an anderen Orten viel besser funktioniert. Sei laut.

Samstag, 30. November 2019

Ho Ho Ho, Motorshow - Advent, Advent, ein Reifen brennt ...

7.00 Uhr. Quietschende Reifen, ein Knall. Ah, denke ich, Colt Seavers ist da, ich sollte aufstehen. Ich registriere, dass ich mich noch im Halbschlaf befinde und dass es eher unwahrscheinlich ist, dass der berühmte Fernseh-Stuntman der 80er Jahre am 1. Adventswochenende in Essen aufkreuzt.

Schlaftrunken gehe ich zum Fenster und sehe, wie ein David Hasselhoff-Doppelgänger aus seinem Auto steigt. Ein Aufkleber auf der Heckscheibe „Diebstahl lohnt sich nicht, Tank wird täglich geleert“ erinnert mich daran, was hier los ist: Es ist Motorshow und die Chrom-Apostel pilgern in Massen durch die autofreundliche Stadt, inklusive Motorshow-Stau-Corso bei der Anreise.

Brigitte Nielsen bei der Motorshow 2010

11.00 Uhr: Ein giftgrüner Taunus kurvt zum fünften Mal auf die Kreuzung zu. Diesmal schafft er eine nahezu perfekt Wendung mit einem lautstarken Handbremsmanöver. Seine drei Beifahrer applaudieren und grölen und jauchzen vor Entzückung. Ja, zur Motorshow „reist“ man nicht an, man „rast“ an, wenn man kann. Hier ist bereits vor der Show Show angesagt. Man tritt aufs Gaspedal und zeigt dem Flüsterasphalt seine Grenzen. Wofür hat man schließlich die 80 Dezibel-Auspuffanlage? Es wird gehupt, es wird gelacht und gesungen. Um mich herum nur fröhliche Menschen. „Ich will Spaß, ich geb‘ Gas…“.

Die musikalische Beschallung, die dann aus einem Golf durch mein geschlossenes Fenster quillt, lässt erahnen: Diese Tontechnik steht einer Großraumdisco-Anlage in nichts nach. Die „Bad Boys Blue“ schmettern „You're A Woman, I’m a Man…”. Läuft.

Ich öffne das Fenster und rieche diese Testosteron geschwängerte Luft, die gepaart mit Stickstoffdioxid die Weihnachtsbäckereidüfte übertüncht. Ich denke an Henry Ford, der sagte: „Ein vernünftiges Auto soll seinen Besitzer überallhin transportieren, außer auf den Jahrmarkt der Eitelkeiten.“
Die Motorshow in Essen - Wie wird sie wohl in 10 Jahren aussehen?

Montag, 25. November 2019

Traktoren-Bauern-Demo – B 224 betroffen



Hunderte Bauern sind heute mit ihren Traktoren unterwegs. Bis zu 700 sollen es sein. Die Protestroute geht auch über die Bundesstraße 224. Um 12.30 Uhr gibt es einen Zwischenstopp am Berthold-Beitz-Boulevard, dann geht es weiter nach Bochum und Dortmund, meldet der WDR. Die Bauern demonstrieren auf diese Art gegen die Politik der Bundesregierung, die die Gesetze rund um die Landwirtschaft verschärfen wollen, z. B. die Düngeverordnung. Ob die Autofahrer dafür Verständnis haben? Die Bauernverbände haben sich für die Verkehrsstörungen vorsorglich entschuldigt. 
Infos: https://www1.wdr.de/nachrichten/traktor-demo-verkehr-100.html
So könnte es ab mittags auf der B 224 aussehen - Foto: WDR


Dienstag, 12. November 2019

Geronimos Cadillac

An der B 224 im Stadtteil Bredeney steht auf dem Parkstreifen ein Cadillac Sevilla, 4,5 Liter, V 8 Motor. Dem Grünwuchs drum herum zu urteilen, ist der Wagen seit vielen Wochen nicht mehr bewegt worden. Das Herz von Liebhabern amerikanischer Autos mag höher schlagen. Meins nicht. Mir schießt sofort ein Song ins Hirn. Geronimos Cadillac.


1986 sang ein junger Mann mit lockiger Mähne, hoher Stimme und Goldkette mit dem Namenszug „Nora“ einen Hit über diese Automarke. Im Text dreht es sich alles um  Geronimo, der mit seinem Cadillac den Frauen reihenweise den Kopf verdreht. Im Video zupft ein blonder Mann auf den Seiten seiner roten Gitarre und stimmt wie ein Eunuch in den Refrain ein: „Geronimos Cadillac - Lässt alle Mädchen verrückt werden - Geronimo hat ein Herz - Oh, es ist eine Katastrophe - Geronimos Cadillac - Lässt alle Mädchen traurig werden - Geronimo hat ein Herz - Oh, es ist eine Katastrophe.“ Sorry, das Lied ist eine Katastrophe. Gott sei Dank ist mein Traum schnell vorbei, weil ich den Ami-Schlitten aus den Augen verliere. Nur auf der Rückfahrt über die Alfredstraße, kurz vor der Kirche "Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage", schlägt der Ohrwurm wieder in voller musikalischer Härte zu. Und jetzt für Euch: https://www.youtube.com/watch?v=A5C8AC6V2KQ

Samstag, 9. November 2019

Schranki - Tag 59

Alles begann im Septemer 2019. Schranki trat in mein Leben. Zwei Wochen nach seinem Einzug auf der Prachtmeile "Gladbecker Straße" berichtete ich das erste Mal öffentlich über ihn:


"Es war einmal ein Schrank und der stand zwei Wochen lang an einer Bundesstraße vor den Schlosspforten des Königs Allbau. Das arme Volk, das hinter dreckigen Fassaden auf der anderen Seite des Königreichs wohnte, war sehr glücklich über diesen Zustand, denn rund um das putzige Mobiliar präsentierte sich ein kostenloses Spektakulum. Kleine Gewichtheber versuchten in akrobatischer Weise das gute Stück hochzuheben und Zauberkünstler ließen kleine Flaschen mit aufgedruckten Hirschen wie von Geisterhand verschwinden. Für das arme Volk war es das Schönste, was ihnen im Königreich Alt-Assindia jemals geboten wurde. Eines Nachts jedoch wurde der Schrank von bösen Geistern in ein Baumbeet verschleppt und das arme Volk erschauderte. Eine große Furcht machte sich breit.
Das arme Volk wusste, dass der böse Drache "Müllmeldo" überall in der Stadt sein Unwesen trieb und ihnen jede kleine Freude im beschwerlichen Alltag zerstören wollte. Zum Glück war der Drache aber dressiert und mied das Elendsviertel vor den Toren des Königs. Und so lebten sie weiter glücklich hinter bröckelnden Fassaden.
Und die Moral von der Geschicht? Nein, diesen Müll, den meld ich nicht."


Bei Facebook ist Schranki mittlerweile ein kleiner Star geworden und viele Menschen freuen sich über Neuigkeiten des niedlichen Meublements. Hier ein paar Beispiele:


Die Sonne
die Sonne und du
uh uh uh uh
gehörn dazu...

And I said "What about breakfast at Gladbecky's?"

+++Eilmeldung Gladbecker Straße+++
Unter tosendem Applaus der Bürger fahren in diesen Sekunden die Karossen der Minister vor. Reporter aus aller Welt warten gespannt auf die Reden der Regierungsmitglieder. Man munkelt, dass es sogar zu einem Kniefall kommen könnte. Ein guter Tag für Altenessen.

 Wie schlecht können Menschen bloß sein? Ich bin total entsetzt. Pizza nicht aufessen geht gar nicht!

Heute ist der 9. November 2019 und ich schreibe wiederholt: "Jaaa, er steht noch, er steht noch, er steht noch, jaaa, er steht noch, er steht noch, kippt nicht."


Wahrscheinlich werden auch heute wieder Fans um Autogramme bitten:

Wahrscheinlich werden auch heute wieder Touristen ihre Bewunderung aussprechen:

Sam Miller (Texas): "Its great to be in the Ruhrpott, but the most impressive experience was, that we met Schranki in Altenessen. Gorgeous. I love Schranki."

Wie wird es mit Schranki und seinen Freunden Stuhli und Regali weitergehen? Ich bleibe für euch am Ball.
Für diejenigen, die heiß auf Spezialinfos sind: Seit ca. 60 Tagen steht Schranki auf der Gladbecker Straße. Statistisch gesehen haben 2832000 Fahrzeuge Schranki passiert. Wir können also frisch behaupten, dass Schranki längst einem Millionenpublikum bekannt ist. Applaus, Applaus, Applaus ... , auch für eine Stadtverwaltung, die weiß, dass man idyllische Orte nicht antasten sollte.

 

Montag, 4. November 2019

Steht der schönste Weihnachtsbaum an der B 224?


„Oh, Tannebaum, oh, Tannebaum, der Lehrer hat uns blau gehau’n - jezz muss ich inne Ecke steh’n und Overstolz-Zigaretten dreh’n.“ Diese Zeilen aus Kindertagen fallen mir immer ein, wenn ich einen Weihnachtsbaum sehe.
Blickfang an der B 224 - Gladbecker Straße in Höhe Radhoffstraße
So langsam werden sie überall aufgestellt. Wie jetzt auf dem Willy-Brandt-Platz in der Essener Innenstadt. Armin Thiemer hat den Akt fotografiert. Obwohl? So richtig kann ich keinen erkennen. Der wird noch irgendwie zusammengeschraubt. Die Essener Tageszeitungen verweisen auf die missglückte Auswahl der Weihnachtsbäume in den letzten Jahren.  Und die gerupfte Plastiktanne, die jetzt die Gäste nahe dem Hauptbahnhof begrüßt, soll als Mahnmal auf den Klimawandel hinweisen. Na, ja.
Das Weihnachtsbaummahnmal weist auf den Klimawandel hin


Aber das wohl interessanteste Exemplar steht seit dem Wochenende an der B 224 in Altenessen-Süd. Auf der anderen Straßenseite vom „Chinesen“ (Holly Wok). Die Gabe der Einfachheit. Kein Schnickschnack. Einfach nur Baum. Kugel, Lichterkette – fertig.

Susanne Demmer guckt jeden Tag drauf: „Nach der Präsentation der Weihnachtstanne in der Essener Innenstadt, sind wir ziemlich siegessicher, dass wir auch dieses Jahr den Preis für den schönsten Weihnachtsbaum auf die Gladbecker Straße holen werden. Die Vorfreude steigt und wir sind schon ganz aufgeregt, was auf dem Gabenschranki liegen wird.“ Gabenschranki? Die Insider wissen, was sich mit dem auf sich hat. Auflösung folgt.



Anmerkung: Overstolz – Zigarettenmarke aus vergangener Zeit. Dazu die passende Werbung aus den 60er-Jahren. Poliitisch unkorrekt aus heutiger Sicht, aber zeitgemäß: https://www.youtube.com/watch?v=ieuJLnZE8sk

Montag, 28. Oktober 2019

Zirkumwas?

Die meisten Menschen kennen die Gladbecker Straße lediglich als Stadtautobahn. Dass es hier durchaus lebenswert sein kann, können sich die wenigsten Menschen vorstellen. Meine Nachbarn und ich können (und werden) gerne auch in diesem Blog über das "schöne Leben" an der B 224 berichten.

Gestern zum Beispiel zeigte sich ein wahrhaft schönes Phänomen am Himmel über der Gladbecker Straße: Ein Zirkumzenitalbogen. Obwohl er fast ebenso häufig wie der Regenbogen auftritt, ist diese Haloerscheinung kaum jemanden bekannt.



Genauso wenig bekannt ist es, dass zahlreiche Familien seit Generationen auf der Gladbecker Straße wohnen und eine wunderbare Nachbarschaft pflegen. So gab es neben dem bunten Himmelsphänomen am gestrigen Tag auch noch ein nachbarschaftliches Flammkuchenessen, bei dem das Thema "Unsere Gladbecker soll schöner werden" wieder leidenschaftlich diskutiert wurde.


Mittwoch, 23. Oktober 2019

Held des Tages - Hund von Gladbecker Straße gerettet

Wenn ich aus dem Fenster schaue, gibt es eigentlich immer etwas Spannendes zu sehen, doch heute offenbarte sich mir ein tierisch dramatischer Anblick.
Ich öffnete das Fenster und sah, dass erste Autos abbremsten. Ich erblickte einen Hund, der ziemlich aufgeregt auf der Straße umher lief. Was für eine Schrecksekunde.
Im nächsten Augenblick erkannte ich einen lieben Nachbarn, der beherzt nach der langen Leine des Hundes griff und den sichtlich verängstigten Hund von der Straße rettete.

Der Retter heißt Rich, ist Inhaber der Kreativschule Rich und vielen Anwohnern bekannt als engagierter Bürger. Mal pflegt er Baumbeete, mal zeichnet er mit Bürgern im Park und heute rettete Rich einen Hund. Dafür möchte ich Rich mein Dankeschön aussprechen.
Wie sich später heraus stellte, war der kleine Vierbeiner seinem Herrchen im Ellernpark ausgebüxt und man kann von großem Glück reden, dass er nicht "unter die Räder" gekommen ist.

Dienstag, 22. Oktober 2019

Verfolgungsfahrt endete vor einem Mast


Kurz nach Mitternacht wollte eine Polizeistreife einen Ford aus Bergisch Gladbach  auf der B 224 (Griollostraße) in Höhe der Segerothstraße kontrollieren, weil er viel zu schnell fuhr. Der Fahrer gab jedoch Gas und flüchtete. Die Anhaltesignale der Polizei ignorierte der Fahrer und raste über mehrere rote Ampeln.  Die Verfolgungsfahrt ging über die Karolingerstraße, Unsuhrstraße, Altenessener Straße bis zur Hövelstraße. Bei „Rot“ fuhr er über die Ampel, stieß mit einem Streifenwagen zusammen und landete vor einem Ampelmast. „Der Mann wurde vorläufig festgenommen und ins Krankenhaus gebracht. Seine Identität konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden. Die Ermittler müssen zudem prüfen, ob er fahrtüchtig war und im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis ist. Die Eigentumsverhältnisse des Fords sind zurzeit ebenfalls unklar“, heißt es weiter in der Polizeimeldung. Die Polizisten blieben unverletzt. Die BILD zitiert eine Polizeisprecherin: „Der Fahrer, der keinen festen Wohnsitz in Deutschland hat, gab den Beamten gegenüber zu, dass er unter BTM-Einfluss stünde und außerdem keinen Führerschein besitzen würde.“